Der große Rückblick auf das Börsenjahr 2025: Wie sich Aktien, Anleihen und Rohstoffe entwickelten und was das für die Vermögensverwaltung und Honorarberatung 2026 mit ETFs und Fonds bedeutet.
1. Einleitung – Makroökonomischer Rückblick
Das Jahr 2025 endete für die Weltwirtschaft erfreulich stabil. Die globale Konjunktur wuchs um rund 3 %, ähnlich wie in den Vorjahren. Gleichzeitig sank die Inflation deutlich und näherte sich in vielen Ländern den Zielwerten der Notenbanken an. In der Eurozone lag die Teuerungsrate im Herbst bei etwa 2,1 %, während sie in den USA gegen Jahresende auf 2,7 % zurückging – der niedrigste Wert dort seit Juli 2025.
Die Zentralbanken nutzten den Preisrückgang für einen vorsichtigen geldpolitischen Schwenk. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihren Leitzins nach den Anhebungen 2022–2024 im Laufe des Jahres 2025 mehrfach gesenkt und ließ ihn in der Dezembersitzung bei 2,00 % (Deposit Rate) bzw. 2,15 % (Hauptrefinanzierungssatz) unverändert. Auch die US-Notenbank Fed lockerte erstmals seit Jahren: In drei Schritten senkten die Währungshüter den Fed Funds Rate bis Dezember auf 3,50 %–3,75 % (von noch 5,25 % Anfang 2025). Diese Zinswende trug dazu bei, das globale Wachstum zu stützen, ohne die Inflation aus dem Ruder laufen zu lassen.
Währungen: Der deutlichste Effekt zeigte sich am Devisenmarkt. Der Euro erstarkte 2025 kräftig gegenüber dem US-Dollar und legte um rund +13 % zu – der größte Jahresgewinn seit 2017. Nach einem Tiefstand von etwa $1,02 zu Jahresbeginn kletterte der Euro zeitweise bis auf $1,18 und beendete das Jahr um $ 1,16. Diese Euro-Rally beschert europäischen Anlegern Vor- und Nachteile: Importierte Güter (z. B. Energie) wurden günstiger, während Anlagen in US-Dollar geringer abschnitten, wenn man sie in Euro rechnet. Insgesamt war das makroökonomische Umfeld 2025 von nachlassender Inflation, sinkenden Zinsen und einer starken europäischen Währung geprägt – ein solider Hintergrund für viele Anlageklassen.
2. Aktienmärkte – global und regional
Trotz einiger Turbulenzen (u.a. ein deutlicher Aktienmarkt-Crash im April 2025 infolge neuer US-Zollankündigungen) war 2025 ein gutes Börsenjahr. Weltweit stiegen Aktien auf breiter Front. Der MSCI World Index erzielte in Euro eine Jahresrendite von etwa +7 % – im Einklang mit seinem historischen Durchschnitt. Aus Sicht europäischer Anleger blieb die Entwicklung damit hinter den +20,6 % in Lokalwährung zurück, was vor allem an der Euro-Stärke lag.
Regional zeigten sich jedoch große Unterschiede. Europäische Aktien übertrafen 2025 die US-Märkte deutlich. Der deutsche Leitindex DAX sprang um +20,9 % nach oben, und der breit gefasste Euro Stoxx 50 (Eurozone Blue Chips) verbuchte sogar rund +29 % – getragen von starken Gewinnen in Ländern wie Spanien und Italien. Auch kleinere europäische Börsen wie Wien (+59 %) profitierten überproportional. Im Durchschnitt lag ganz Europa bei etwa +20 % Aktien-Plus. Demgegenüber fiel das Ergebnis in den USA deutlich bescheidener aus: Der S&P 500 schaffte in Euro lediglich etwa +3,8 %. Grund dafür war neben Wechselkurseffekten auch die Zusammensetzung – amerikanische Tech-Giganten hatten 2025 kein so gutes Jahr wie zuvor. Der technologielastige Nasdaq 100 Index legte übers Jahr nur +6,8 % zu.
Small Caps vs. Large Caps / Value vs. Growth: Nach mehreren Jahren der Mega-Cap- und Growth-Dominanz gab es 2025 eine merkliche Rotation hin zu kleineren und substanzorientierten Werten. Nebenwerte und klassische Value-Branchen erholten sich spürbar. So führte 2025 nicht der IT-Sektor die S&P-Branchenrangliste an, sondern Telekommunikation (+16,7 % in EUR) und Finanzwerte (+14,2 %) . Die wachstumsstarke IT-Branche kam dagegen nur auf +9,1 %. Auch sogenannte Dividenden- oder Substanzaktien erzielten bessere Ergebnisse als im Vorjahr: eine globale Dividendenstrategie brachte z.B. ca. +5,5 % – immer noch hinter dem MSCI World, aber mit geringerem Abstand als 2024. Insgesamt schlugen Value-Titel Growth-Aktien 2025 in der Performance, und Small-/Mid-Caps holten gegenüber den großen Tech-Titeln auf, insbesondere in Europa. Schwellenländer-Aktien entwickelten sich ebenfalls erfreulich: Der MSCI Emerging Markets legte in EUR +18,5 % zu und übertraf damit die Industrieländer. Am Rande sei erwähnt, dass es auch Verlierer gab – z.B. Dänemark (-23 % in EUR) wegen Kurseinbrüchen bei Novo Nordisk, sowie Neuseeland (-12 %). Doch diese Ausnahmen änderten nichts am positiven Gesamtbild der Aktienmärkte 2025.
3. Anleihenmärkte – Zinsen, Renditen, Zentralbankpolitik
An den Rentenmärkten brachte 2025 die Kehrtwende der Geldpolitik erste Entspannung. Euro-Staatsanleihen erzielten nach Jahren der Verluste nun das dritte Jahr in Folge eine positive Rendite – wenn auch mit knapp über 0 % nur ein geringes Plus. Maßgeblich war, dass die im Sommer noch steigenden Kapitalmarktzinsen zum Jahresende hin zurückkamen. Die Rendite 10-jähriger deutscher Bundesanleihen stieg zwar von ca. 2,1 % Ende 2024 kurzfristig bis über 3 %, pendelte sich dann aber um 2,7 % ein. Die hohen Kupons neuer Anleihen reichten somit aus, um kleine Kursverluste zu egalisieren.
Euro-Unternehmensanleihen schnitten etwas besser ab als Staatspapiere, da fallende Risikoprämien zu leichten Kursgewinnen führten. Euro-Investment-Grade-Bonds erzielten rund +2,5 % in EUR.
Geldmarktanlagen mit kurzen Laufzeiten und geringem Zinsrisiko (z. B. Tagesgeld-ETFs oder Ultrashort-Bonds) erzielten 2025 eine Rendite zwischen +3,0 % und +3,5 %, je nach Laufzeit und Anbieter, da die EZB-Zinsen zwar sanken, aber im historischen Vergleich hoch blieben.
In den USA ergab sich ein ähnliches Bild: Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries, die 2024 über 4,5 % geklettert war, sank mit den Zinssenkungen wieder in den Bereich 4,0 % (Jahresultimo). Insgesamt konnten globale Anleihe-Investoren 2025 erste Erträge verbuchen. Euro-Anleger profitierten insbesondere bei heimischen Papieren; bei USD-Anleihen wurde ein Großteil der lokalen Gewinne durch den starken Euro aufgezehrt. So stand die Jahresperformance von US-Treasuries in Euro gerechnet nahe null, während etwa ein Index europäischer Staatsanleihen leicht positiv war.
Die Zentralbankpolitik unterstützte damit ab Herbst wieder die Rentenmärkte. EZB-Präsidentin Christine Lagarde und Fed-Chef Jerome Powell signalisierten in ihren letzten Sitzungen 2025, dass man vorerst Pause mache und die Wirkung der bisherigen Lockerungen beobachten werde. Beide Notenbanken sehen die Inflation auf gutem Wege zum 2 %-Ziel und die Konjunktur robust genug, um mit moderaten Zinsen auszukommen. In Europa blieb der Einlagensatz im 4. Quartal fix bei 2,0 %, in den USA der Leitzinskorridor bei 3,5–3,75 % . Diese neutralere Geldpolitik entspannte die Lage an den Bondmärkten spürbar, ohne bislang neue Inflationsrisiken zu schaffen.
5. Jahresrenditen 2025 in EUR – Tabellenüberblick
| Markt/Index | Rendite 2025 (in EUR) |
| Globale Aktien (MSCI World) | +7,2 % |
| Aktien USA (S&P 500) | +3,8 % |
| Aktien Eurozone (Euro Stoxx 50) | +29,3 % |
| Aktien Deutschland (DAX) | +20,9 % |
| Aktien Schwellenländer (MSCI EM) | +18,5 % |
| Nasdaq 100 (USA Tech) | +6,8 % |
| Euro-Staatsanleihen (gesamt) | ca. +1,0 % |
| Euro-Unternehmensanleihen | ca. +2,5 % |
| Euro-Geldmarktanlagen (kurz) | ca. +3,2 % |
| Gold (Feinunze in EUR) | +45,1 % |
| Öl (Brent Crude in EUR) | –30,5 % |
| Industriemetall Kupfer (in USD) | +42,9 % (≈ +30 % in EUR) |
Quelle: Verschiedene; u.a. MSCI, STOXX, Deutsche Börse, Refinitiv, Reuters und Bloomberg reuters.comtest.de.
Anmerkung: Alle Daten beziehen sich auf Gesamtjahr 2025. Aktien-Indizes inkl. Dividenden (Net Return in EUR). Renditen in Fett sind geschätzt bzw. gerundet. Bei Kupfer ist die Performance in USD angegeben; der ungefähre Euro-Wert ergibt sich in Klammern (aufgrund des wechselkursbedingten Aufschlags für EUR-Anleger).
6. Fazit und Ausblick auf 2026
2025 war für unsere Vermögensverwaltung und Honorarberatung insgesamt ein erfreuliches Jahr – insbesondere europäische Aktien brachten hohe Gewinne, während Anleihen zumindest stabil bis leicht positiv rentierten. Rückschläge wie der abrupte Kursrutsch im April wurden im Jahresverlauf aufgeholt. Für 2026 stehen die Vorzeichen für die Vermögensverwaltung ebenfalls günstig, auch wenn keine Garantien bestehen. Die Wirtschaftsprognosen gehen von einem ähnlichen globalen Wachstum wie 2025 aus, und die Inflationsraten dürften in der Nähe der Zentralbankziele bleiben. Entsprechend erwarten viele Experten eine Fortsetzung der neutralen Geldpolitik im neuen Jahr – weder drastische Zinssprünge noch neue Lockerungsrunden. Die EZB schätzt das BIP-Wachstum 2026 in der Eurozone auf rund 1,4 %, bei weiter stabiler 2 %-Inflation. Analysten rechnen für die Unternehmen im MSCI World mit einem Gewinnwachstum von gut +12 % im kommenden Jahr (ähnlich wie 2025), was fundamental Raum für weitere Kursgewinne bietet. Trotzdem sollten Anleger nicht blind von einer Wiederholung der 2025er-Renditen ausgehen. Risiken bleiben: Geopolitische Spannungen, die hohe Staatsverschuldung in einigen Ländern oder ein möglicher Wechsel an der Fed-Spitze im Mai 2026 (mit ungewisser US-Geldpolitik danach) könnten für Phasen erhöhter Volatilität sorgen. Auch ist unklar, wie nachhaltig der jüngste Run auf Value-Titel und Rohstoffe anhält. Nach drei sehr guten Jahren in Folge scheint für die Vermögensverwaltung 2026 zwar weiteres Potenzial vorhanden zu sein, doch ein konservativer Optimismus ist angebracht. Anleger und Vermögensverwalter tun gut daran, ihr Portfolio breit zu streuen und auf Qualität zu setzen. Dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass auch 2026 – bei allen Unwägbarkeiten – wieder ein solides Anlagejahr wird.
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